Klaus Walter Coaching und Supervision
LESEPROBE
D
raußen
wird
es
zu
früh
dunkel.
Nicht
vom
Abend,
sondern
von
düsteren
Wolken,
die
ein
Sommergewitter
ankündigen.
Soll
ich
dieses
triste
Wetter als Menetekel ansehen, welches eine schlimme Zeit ankündigt oder aber als Strafe für bereits begangene Sünden?
Nein,
mich
belastet
kein
Aberglaube,
ich
halte
mich
an
Fakten.
Für
mich
ist
ein
Gewitter
nichts
als
ein
Gewitter
-
eine
natürliche
Erschei
-
nung
eben,
die
sich
physikalisch
beschreiben
und
begreifen
lässt.
Geschützt
in
meinem
sicheren
Haus
würde
ich
unter
anderen
Umständen
das
Unwetter
sogar
genießen
und
jeden
einzelnen
Blitz
und
Donner
als
eindrucksvollen
Effekt
begrüßen.
Doch
heute
und
in
diesem
Moment bin ich abgelenkt von anderen Dingen, von einem enormen Vorhaben.
Und
so
stehe
ich
am
Anfang
eines
schier
nicht
zu
bewältigenden
Projektes,
das
dennoch
in
Angriff
genommen
werden
muss,
auch
wenn
ich
es
mir
selbst
auferlegt
habe.
Vor
mir,
auf
meinem
Arbeitstisch
stapeln
sich
schriftlich
festgehaltene
Eindrücke
und
Berichte
von
vielen
Menschen
-
Augenzeugen,
die
ich
zumeist
erst
durch
meine
Recherchen
für
diese
merkwürdige
Geschichte
kennengelernt
habe,
wie
zum
Beispiel
den
schrulligen
Bauern
Harms.
Es
sind
dies
Berichte,
die
mir
vor
Augen
führen,
zu
welchen
Verwirrungen
und
Irrungen
wir
Men
-
schen
fähig
sind
und
die
hier
den
Hintergrund
bilden,
für
den
langen
Umweg
einer
Person,
bis
sie
zu
ihrer
Insel
der
Selbsterkenntnis
fand.
Die
Geschichte
dieser
Odyssee
möchte
ich
erzählen.
Nein,
ich
darf
nicht
von
möchten
reden,
denn
es
drängt
mich
viel
zu
sehr,
mein
Wis
-
sen
mit
anderen
zu
teilen.
Und
ich
muss
einsehen,
dass
ich
mir
auf
diese
Weise
selbst
beweisen
möchte,
dass
ich
meine
Lehren
gezogen
habe und den Mut aufbringe, mich dem Leben mit all seinen Risiken zuzuwenden.
Meine
Notizen
sind
oftmals
nur
flüchtig
hingeworfene
Zeilen,
die
bei
Gesprächen
entstanden
sind,
welche
mir
nicht
selten
den
Atem
raub
-
ten,
ob
ihrer
Absurdität.
Und
diese
zweifelhaften
Aspekte
des
Geschehens
wecken
in
mir
Besorgnis
und
lassen
mich
auch
wieder
schwanken
in
meiner
Absicht
die
Geschichte
von
Ernst
Amadeus
Groschenbügel
sowie
seiner
Frau
Ludmilla
und
aller
anderen
Beteiligten
zu
Papier
zu
bringen.
Zu
groß
wird
für
einen
Moment
die
Befürchtung,
dass
man
mich
selbst
zu
einem
Menschen
mit
absurden
Gedanken
stempelt.
Doch
ich
habe
mit
der
Zeit
zu
begreifen
vermocht,
dass
ich
mit
meiner
eigenen
Vorstellungswelt
zu
oft
nur
ein
eingeengtes
Pan
-
orama
der
Welt
zu
akzeptieren
bereit
war,
dass
meinem
behüteten
Leben
in
Einfalt
und
Normalität
entsprach.
Es
ist
mir
bewusst,
dass
ich,
wenn
ich
jetzt
das
Wagnis
eingehe,
mit
meiner
Glaubwürdigkeit
spiele
und
meinen
guten
Ruf
in
die
Waagschale
werfe,
aber
ich
erkenne
auch
die
tiefere
Bedeutung
des
Vorgefallenen.
Es
ist
vielleicht
gerade
das
Ungeheuerliche,
das
mir
nicht
erlaubt
zu
schweigen
und
so
möchte ich denn all meinen Mut sammeln und beginnen.
Der Schläfer
I
n
meinem
Leben
bin
ich
immer
wieder
jener
Gattung
von
Menschen
begegnet,
die
viel
Aufhebens
um
ihre
eigene
Person
macht,
und
dass,
obwohl
sie
eigentlich
kaum
wahrnehmbare
Lichter
in
der
riesigen
Weite
des
unendlichen
Weltalls
sind,
das
uns
umgibt.
Aus
ihrem
tumben
Eifer
haben
sie
ein
lebenslanges
Spiel,
eine
Scharade
gemacht
und
verwechseln
es
in
ihrer
Verblendung
mit
dem
Leben
selbst.
In
Wahrheit
sind
sie
ausschließlich
aufgeblähte
Hanswurste
-
im
Innersten
ängstlich
und
bedürftig,
wie
verlassene
Kinder.
Allein
ihr
lautes
Organ
bewirkt,
dass
sie
von
der
Menge
flüchtig
wahrgenommen
werden.
Ihr
ganzes
Leben
bleibt
aber
im
Grunde
nur
ein
kurzer
Auftritt.
Es
ist
lediglich
Schein
und
dieser
verblasst
sehr
rasch
im
Laufe
der
Zeit.
Sie
sind
schnell
wieder
vergessen,
gerade
so,
als
hätte
es
sie
nie
gege
-
ben.
Aber
es
gibt
auch
jene
wahren
Persönlichkeiten,
die
Kraft
ihres
Genies
oder
ihrer
überragenden
Menschlichkeit
die
Welt
ein
wenig
verbes
-
sern
und
etwas
hinterlassen
an
Wissen
und
Werten.
Die
Namen
dieser
Großen
gehen
in
die
Geschichte
ein
und
man
spricht
von
ihnen
auch
nach
langer
Zeit
noch
mit
Hochachtung
und
vielleicht
sogar
mit
Ehrfurcht.
Es
sind
dies
Menschen,
die
zumeist
mit
einer
Art
Leichtig
-
keit
sind,
wie
sie
sind.
Sie
benötigen
nicht
die
große
Glocke,
um
ihre
Taten
daran
zu
hängen
und
dennoch
nimmt
sie
jeder
wahr.
Zu
sagen,
sie
besäßen
Charisma,
beschreibt
das
Phänomen
nur
unzureichend,
denn
es
so
zu
benennen,
ist
lediglich
der
untaugliche
Versuch,
etwas
in
Worte
zu
fassen,
was
nicht
fassbar
ist.
So
schlage
ich
vor,
dass
wir
uns
einfach
mit
der
Tatsache
zufriedengeben,
dass
es
diese
Men
-
schen nun einmal gibt und dass wir weiterhin auf jedes vergebliche Bemühen einer Erklärung verzichten sollten.
Weder
von
den
lauten
Angebern,
noch
von
den
tatsächlich
Großen
dieser
Welt
will
ich
hier
berichten
-
der
Beschreibung
der
Ersteren
wird
man
viel
zu
schnell
überdrüssig
und
über
die
Letzteren
sind
schon
genügend
Bücher
geschrieben
worden.
Vielmehr
möchte
ich
von
einem
Menschen
erzählen,
der
aus
beiden
dieser
Rahmen
In
diesem
Bericht
geht
es
um
einen
Mann,
der
seinen
Weg
meist
sehr
leise
gegangen
ist,
nur
ausnahmsweise
und
dann
auch
zu
seinem
eigenen
Unbehagen
auffiel,
der
dennoch
etwas
ganz
Besonderes
war.
Allerdings
ist
es
nicht
korrekt,
in
der
Vergangenheitsform
zu
schreiben,
denn
er
kann
durchaus
in
einem
jeden
Menschen
stecken,
der
in
unserer
Umgebung
weilt.
Wenn
sie
am
Ende
dieses
Buches
angekommen
sind,
schauen
Sie
sich
doch
einmal
um,
ob
sie
ihn
In
seiner
ewigen
Wiedergeburt
irgendwo entdecken, vielleicht in der Straßenbahn, in ihrem Fußballverein oder gar in ihrem neuen Nachbarn.
Ernst
Amadeus
Groschenbügel
ist
der
Name
dieses
Menschen.
Benannt
einerseits
nach
mehreren
seiner
nahen
Verwandten,
die
allesamt
mangels
Einfallsreichtum
Ernst
geheißen
wurden,
und
andererseits
nach
dem
großen
Komponisten,
der
ja
eigentlich
ein
ziemliches
Lotter
-
leben
geführt
haben
soll.
Dieser
Ernst
Amadeus
hatte
ein
seltsames
Leiden
und
eine
besondere
Begabung.
Wenn
man
ihn
oberflächlich
betrachtete,
selbst
wenn
man
ihn
eine
Weile
beobachtete,
fiel
beides
allerdings
nicht
unbedingt
auf,
denn
er
war
unter
normalen
Umstän
-
den
wie
jeder
andere
Mensch
auch:
Etwas
neurotisch,
nicht
ganz
mit
dem
Leben
zufrieden
und
geistig
sowie
körperlich
in
Bewegung
gehalten durch ein gewisses Maß an unbegründeten Hoffnungen.
Sein
Äußeres
gab
keinen
Anlass
zu
Vermutungen,
dass
man
es
mit
einem
außergewöhnlichen
Menschen
zu
tun
habe.
Er
war
von
durch
-
schnittlicher
Statur,
mit
einem
kleinen
Bauchansatz,
besaß
eine
unauffällige
Haarfarbe
und
trug
eine
Brille
mit
schwarzem
Kassengestell,
an
dem
allein
die
Hässlichkeit
bemerkenswert
war,
welche
er
allerdings
nicht
bemerkte.
Seine
Kleidung
wählte
er
im
Versandhauskatalog,
aus
den
Seiten,
die
in
falscher
Einschätzung,
aber
markgerechter
Bewertung
mit
"Klassische
Mode
für
den
erfolgreichen
Herrn"
überschrie
-
ben
waren.
Erst
wenn
einige
Bedingungen
zusammentrafen
oder
er
eine
besondere
Anforderung
verspürte,
wurden
die
beiden
abnormen
Aspekte seiner Konstitution - sein Leiden und seine Begabung - deutlich.
Die
Geschichte,
die
ich
hier
erzählen
will,
ist
vielleicht
mehr
die
seines
Leidens
und
weniger
die
seiner
besonderen
Begabung,
der
er
sich
die
meiste
Zeit
seines
Lebens
sowieso
nicht
bewusst
war.
Wegen
eben
dieses
Leidens
war
Ernst
Amadeus
einige
Jahre
von
verschiedenen
honorigen
Fachleuten
diagnostiziert
und
analysiert
worden.
Er
hatte
auch
sein
Verhalten
therapieren
lassen,
ja
sogar
exotische
Heilmetho
-
den
erprobt,
wie
Handauflegen
und
Feuerlaufen.
Diese
Heilmittel
hatten
aber
mehr
ein
Loch
in
seinen
Finanzhaushalt
gerissen
und
zu
leichteren
Verletzungen
geführt,
als
die
erhoffte
Wirkung
zu
zeigen.
Es
ist
dennoch
nicht
zu
leugnen,
dass
seine
Ärzte,
Therapeuten
und
Schamanen
allesamt
tüchtige
Leute
waren.
Und
so
hatten
sie
für
seine
Krankheit
auch
mit
recht
großer
Übereinstimmung
den
Begriff
"Hypersomnie"
gefunden,
die
Neigung,
zu
unangemessener
Zeit
einzuschlafen,
wenn
bestimmte,
für
ihn
unangenehme
Ereignisse
zusam
-
mentrafen.
In
diesem
Schlaf
verblieb
der
arme
Groschenbügel,
je
nachdem
wie
heftig
das
Ereignis
sich
zugetragen
hatte,
welches
Anlass
und Auslöser gewesen war.
Ernst
Amadeus
hatte
das
unbekannte
Wort
gefallen.
Und
wann
immer
er
nach
seinem
Leiden
oder
allgemein
nach
besonderen
Merkmalen
gefragt
wurde,
antwortete
er:
"Ich
bin
Hypersomnist"
und
es
klang
gerade
so,
als
sei
er
eine
wichtige
Person
in
einem
bekannten
Orchester.
Auch
dem
ungeübten
Beobachter
fiel
dabei
ein
gewisser
Stolz
auf,
der
unserem
Groschenbügel
deutlich
anzusehen
war.
Er
war
sich
bewusst: "So einen wie mich gibt es nicht häufig."
Natürlich
ahnte
er,
dass
dieser
statistische
Vorteil
nicht
zwangsläufig
auch
zu
seiner
Ehre
gereichte
und
es
wäre
ihm
lieber
gewesen,
aner
-
kanntere
Eigenschaften,
besser
noch
Fähigkeiten
zu
besitzen.
Zum
Beispiel
wäre
er
gern
höher
gesprungen
als
andere
Menschen,
hätte
gern
einen
viel
gesungenen
Schlager
komponiert
oder
die
Relativitätstheorie
entdeckt,
aber
solche
Leistungen
waren
ihm
nicht
vergönnt
oder
schon
getan.
Ich
will
aber
nicht
unerwähnt
lassen,
dass
aus
Ernst
Amadeus,
wenn
er
nur
ein
anderes
Elternhaus
gehabt
hätte
und
genügend
förderliche
Aufmerksamkeit
auf
ihn
und
seine
versteckte
Begabung
gefallen
wäre,
ein
berühmter
Mann
hätte
werden
können.
Aber
leider
standen
seine
Sterne
für
ein
solches
Leben
nicht
günstig,
denn
die
Anstrengungen
seiner
Eltern,
aus
ihm
eine
außergewöhnli
-
che
Person
zu
formen,
erschöpften
sich
schon
in
der
Namengebung,
in
der
sie
zumindest
ihre,
wenn
auch
schwache
Hoffnung
verankerten,
dass ihr Sohn einmal ein musikalisches Genie werden möge.
Wenn
diese
Hoffnung
nicht
erfüllt
wurde,
so
hatten
sie
es
sich
allerdings
schon
selbst
zuzuschreiben,
denn
sie
legten
darin
nun
wirklich
keinen
besonderen
Eifer,
ließen
ihn
noch
nicht
einmal
einen
geeigneten
musikalischen
Unterricht
besuchen
und
erwarben
auch
kein
geeig
-
netes
Instrument,
sondern
lediglich
eine
gebrauchte
und
defekte
Blockflöte.
Ein
eifriger
Bastler
hatte
dieses
Blasinstrument
mit
einer
weiteren
Öffnung
versehen,
so
dass
die
Übungen
des
Kindes
Ernst
Amadeus
zwar
unerwünschten
Besuch
vertrieben,
ansonsten
aber
wenig
Freude
im
Hause
Groschenbügel
weckten,
sondern
nur
mit
einer
gewissen
Regelmäßigkeit
den
Familienvater
aus
seiner
sonntägli
-
chen
Mittagsruhe.
Und
so
kam
es,
wie
es
kommen
musste.
Eines
kalten
Wintertages
war
selbst
das
untaugliche
Musikinstrument
nicht
mehr
auffindbar
und
blieb
auf
immer
verschollen.
Unnötig
hinzuzufügen,
dass
bei
den
Groschenbügels
zu
jener
Zeit
noch
mit
Holz
und
Kohle geheizt wurde und dass jedes überflüssige Holzteil für die Feuerung willkommen war.
Die
Bestrebungen
der
Eltern
gereichten,
was
die
intellektuelle
Entwicklung
ihres
Kindes
anging,
ebenfalls
mehr
zur
Normalität
denn
zur
Besonderheit,
weshalb
der
Knabe
lediglich
die
kleine
Volksschule
seines
Heimatortes
besuchte.
Zur
Entschuldigung
der
rührig
besorgten
Mutter
und
des
aufmerksam
strengen
Vaters
mag
angeführt
werden,
dass
der
unauffällige
Werdegang
des
Ernst
Amadeus
wohl
auch
auf
dem
Irrtum
der
beiden
beruhte,
Verstand
sei
gleichzusetzen
mit
Moral.
Von
ihnen
war
nicht
selten
der
Satz
zu
hören:
"Aus
Ernst
Amadeus
soll
ein
ordentlicher
Mensch
werden."
Bei
näherem
Befragen
hätte
sich
herausgestellt,
dass
hiermit
Rechtschaffenheit,
Gottesfurcht
und
gute
Manieren
gemeint
waren,
keinesfalls
aber
intellektuelle
Leistung
oder
gar
ein
eigener
Wille.
Und
weil
die
Anstrengungen
auf
dem
Weg
zu
diesem
Ziel
den
Löwenanteil
an
Energie
kosteten,
den
beide
für
die
Erziehung
ihres
Kindes
übrighatten,
blieb
ihnen
ansonsten
einfach
keine Kraft, den Knaben darüber hinaus anzuspornen.
Unzweifelhaft
muss
Ernst
Amadeus
diesen
Mangel
als
vorteilhaft
erlebt
haben,
denn
er
war
seinerseits
mit
der
Erfüllung
der
moralischen
Anforderungen
seiner
Eltern
bereits
vollständig
ausgelastet
und
oft
überfordert.
Zwangsläufig
konnte
seine
berufliche
Karriere
keine
beson
-
dere
sein
und
es
bedurfte
sogar
ein
wenig
Protegé
eines
Onkels
mütterlicherseits,
damit
er
in
der
nahen
Provinzhauptstadt
die
mittlere
Laufbahn eines Stadtbeamten beim Ordnungsamte — Abteilung für Sonderangelegenheiten - beschreiten konnte.
Wie
bereits
gesagt,
hatte
Ernst
Amadeus
auch
eine
besondere
Begabung.
Tief
in
ihm
lagen
die
Wurzeln
für
einen
ganz
ausgezeichneten
Politiker
oder
einen
hochgestellten
Geistlichen
verborgen.
Doch
nur
ein
Zipfel
dieser
Eigenschaften
hatte
das
Licht
des
Daseins
erblicken
können.
Ernst
Amadeus
konnte
Namen
und
Gesichter,
Daten
und
Fakten
über
lange
Zeit
in
seinem
Gedächtnis
behalten,
ohne
sie
zu
vertauschen,
besaß
erstaunlicherweise
die
Fähigkeit
nicht
zu
erröten,
wenn
die
Situation
von
ihm
eine
Unwahrheit
verlangte,
wobei
ihm
half,
dass
er
sich
selbst
oft
von
der
Wahrheit
seiner
Lüge
überzeugen
konnte.
Und
ohne
jede
sprachliche
Spezialförderung
fiel
es
ihm
leicht,
die
kompliziertesten
Worte
-
selbst
jene,
die
er
nicht
verstand,
wie
zum
Beispiel
Desoxyribonukleinsäure
oder
Konfabulationsmetonyme
-
mit einer
solchen
Emphase
auszusprechen,
dass
ihm
alle
Umstehenden
glaubten,
sich
nach
ihm
umwendeten,
ihm
ihre
Aufmerksamkeit
schenkten.
Und
selbst
einfachen
Sätzen
und
Worten
vermochte
er
durch
geschickte
Betonung
eine
solche
Tragweite
zu
geben,
dass
alle
Zuhörer
ergriffen
wurden
und
an
eine
besondere
Botschaft
zu
glauben
bereit
waren.
In
der
Schule
hatte
er
mit
dieser
Begabung
erheblichen
Erfolg
beim Rezitieren von Gedichten, was ihm insbesondere um die Weihnachtszeit einige gute Noten und reichlich Geschenke einbrachte.
Klaus Walter
Ernst erwacht
Die Odyssee eines notorischen Einschläfers